Niedrige Zinsen und eine gute Konjunktur – vor diesem Hintergrund erweitern viele Unternehmen ihre Logistik. Dies beinhaltet oft auch den Neu- oder Umbau von Gebäuden. Dabei wird der architektonische Beitrag zu den oft einfach anmutenden Hallen meist unterschätzt. viaLog-Logistikplaner Axel Kosfeld erläutert, welche Anforderungen die Logistik an die Architektur stellt.

 

Herr Kosfeld, welche Rolle spielt die Architektur bei der Planung eines Logistikzentrums? Handelt es sich nicht um eine einfache Halle?

Axel Kosfeld, Wirtschaftsingenieur, Projektleiter viaLog

 

Axel Kosfeld: Die meisten Menschen denken: vier Wände, ein Deckel drauf und fertig ist das Logistikzentrum. Der Zweck eines Logistikgebäudes ist allerdings, dass darin Wertschöpfung betrieben wird. Das funktioniert jedoch nur dann, wenn das Gebäude die funktionellen Anforderungen der Logistik erfüllt. Sowohl eine automatisierte Abwicklung, als auch eine manuelle Fachboden-Bühnenanlage benötigen gewisse Voraussetzungen, damit sie richtig betrieben werden können.

Welche Ansprüche stellt die Logistik denn konkret an ein Gebäude?

Schon bei einem einfachen Logistik-Gebäude mit einer Bühne, einem Schmalganglager und einigen Flurförderzeugen gibt es zahlreiche bauliche Aspekte zu beachten: die Tragfähigkeit und Ebenheit des Fußbodens, ausreichende Stromversorgung und entsprechende Brandschutzeinrichtungen, um nur ein paar Punkte zu nennen. Sollen in dem Gebäude komplexe bauliche und technische Lösungen eingesetzt werden, beispielsweise ein Hochregallager, ein automatisches Kleinteilelager oder fahrerlose Transportsysteme, verschärfen sich die Vorgaben in diesen Bereichen und es kommen weitere Aspekte hinzu, wie Statik, Bauweise etc. Und dann haben wir noch gar nicht über das Thema Gebäude- Erweiterung und -Umnutzung gesprochen. Das sind Themen, die sowohl funktional als auch investiv anspruchsvoll sind. Wenn Sie an dieser Stelle nicht vernünftig vorplanen, verursachen Sie später unnötige Mehraufwände.

Was sind die schlimmsten Fehler, die Architekten aus Sicht der Logistik bei der Planung eines neuen Logistik-Gebäudes begehen können?

Ich könnte Ihnen viel erzählen von Brandschutztoren, durch die kein Stapler passt, so ungünstig angebrachter Beleuchtung, dass der Kommissionierer die Beschilderung nicht lesen kann, und von Fördertechnik, die umständlich um Lüftungsschächte und Kabeltrassen herumgeplant werden muss.
Die größten Fehler kann aber der Bauherr selbst vermeiden: Zum einen ist es problematisch einen Architekten ohne Kompetenzen in der Planung von Logistikimmobilien zu engagieren. Die Planung von richtigen Logistikgebäuden erfordert andere Fachkenntnisse als die von Bürogebäuden und einfachen Hallen, in denen ein paar Paletten auf dem Fußboden stehen. Zum anderen ist es fatal, die Logistik zu spät ins Boot zu holen – im schlimmsten Fall dann, wenn das Gebäude längst steht. Denn wenn wir die Logistikabwicklung dem Gebäude anpassen müssen, können wir in 90 Prozent der Fälle nicht die Lösung umsetzen, die in funktionaler und wirtschaftlicher Hinsicht die beste gewesen wäre. Oft entscheiden wenige Zentimeter, ob wir eine zusätzliche Regalzeile oder Bühnenebene im Gebäude unterbringen können oder nicht, weil die Bauvorschriften für Logistikgebäude sehr komplex sind. Das hat natürlich sichtbare Auswirkungen auf die Kapazität und die Leistung des Lagers.

Sie sprechen die Bauvorschriften für Logistikgebäude an – welche Vorgaben gelten denn für ein Lager?

Logistikgebäude müssen gemäß der jeweiligen Landesbauordnung, Brandschutzvorschriften, Arbeitsstättenrichtlinien, Versicherungsauflagen und anderen Vorgaben geplant werden. Zusätzlich bringen die Lagersysteme selbst unterschiedliche bauliche Anforderungen mit sich. Das klingt komplex und ist es auch. Die gute Nachricht ist: Sowohl die Logistik als auch die Architektur verfügen über beachtlichen planerischen Spielraum, um im Rahmen der Vorgaben das Maximum herauszuholen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass beide Planer ihre Möglichkeiten kennen und konstruktiv zusammenarbeiten. Alles andere geht zulasten der optimalen Lösung und letztlich auf Kosten des Kunden.

Wie geht man idealerweise bei der Planung eines neuen Logistikgebäudes vor?

Im Idealfall werden Logistik-Gebäude von innen nach außen und in enger Abstimmung zwischen Logistik und Bau geplant. Auf diese Weise stellen Sie die Funktionalität und die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes sicher. Aus genau diesem Grund bieten wir unseren Kunden bereits seit 1994 die Planung von Logistik und Architektur aus einer Hand an. Mit der Ausgründung in eine eigene GmbH haben wir diese Leistung sogar noch weiter ausgebaut.

Verlässliche Planung von Anfang an: viaLog Bauplanung

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viaLog Bauplanung GmbH, ein Schwesterunternehmen der viaLog Logistik Beratung GmbH, bietet alle Leistungen der Architekturplanung von der ersten idee über die Planung eines Bauvorhabens und dessen Realisierung bis hin zur Objektüberwachung.

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