Die Wilhelm Fricke GmbH mit Sitz in Heeslingen gehört zu den größten privaten Unternehmensgruppen in der Landtechnik-Branche in Deutschland. Fünf Unternehmensbereiche bieten ein umfangreiches Angebot an Service-Dienstleistungen und Teilebevorratung für Landmaschinen, Nutzfahrzeuge und Gartentechnik. Der Bereich Granit Parts liefert an Kunden in Deutschland und ganz Europa Ersatzteile, Zubehör und Komponenten für alle Marken der Land- und Baumaschinentechnik.

Die Herausforderung

Neben 150.000 bestandsgeführten Artikeln können über den Webshop 4,3 Mio. Artikel geordert werden. Besondere Logistik-herausforderungen ergeben sich aus der Artikel-Heterogenität und den hohen Lieferservice-Erwartungen (Bestelleingang bis 18.00 Uhr = Auslieferung am nächsten Morgen). Circa 350 Logistikmitarbeiter sorgen für die pünktliche Belieferung der Kunden mit bis zu 35.000 Auslieferpositionen pro Tag.

Die Aufgabe

Nach der Diskussion der zukünftigen europäischen Distributionsstrategie (Grad der Zentralität der Logistik) beauftragte Fricke den Logistikplaner viaLog, die Optimierung und den Ausbau des europäischen Distributionszentrums in Heeslingen zu planen. Anschließend übernahm viaLog die Projektleitung der Realisierung und beaufsichtigte die Implementierung von Logistiktechnik und Lagerverwaltungssystem. Der Fokus des Projekts lag einerseits auf der Erweiterung von Lagerkapazitäten und andererseits auf der Optimierung von Lagerstrukturen, Lagerprozessen und Lagertechnik, mit dem Ziel, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern und die Ablaufsicherheit zu erhöhen.

Die Lösung

Im Mittelpunkt der Lagererweiterung auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern stand das Kleinteilelager mit einer Fachbodenbühnenanlage mit ca. 55.000 laufenden Metern Fachbodenregal zur Lagerung und Kommissionierung von 100.000 Artikeln in vier Bühnenebenen. Kapazitätsergänzungen wurden darüber hinaus für die Paletten-, Langgut- und Gefahrgutlagerung geschaffen.

Die Kommissionierung in manuellen Lagerbereichen erlaubt eine flexible und wirtschaftliche Bewirtschaftung insbesondere vor dem Hintergrund starker Lastschwankungen in der Kommissionierung. Bis zu 50 % der täglich zu kommissionierenden Auftragspositionen fallen in einem Zeitfenster von nur 3 Stunden an. Tagesspitzen von bis zu 45 % erhöhen die Anforderung an die Systemflexibilität darüber hinaus. Für eine gute Prozesssteuerung in der Kommissionierung sorgt ein neues, dediziertes LVS, welches die bislang in die Warenwirtschaft integrierte Lagerverwaltung ersetzt.

Zur Sicherstellung effizienter Materialflüsse sind alle relevanten Lagerbereiche über Behälterfördertechnik für die Materialversorgung im Zuge der Einlagerung, die Bereitstellung von Leerbehältern für die Kommissionierung und den Abzug von Kommissionierbehältern in die Auftragskonsolidierung und die Packerei verknüpft. Insgesamt wurden ca. 3.200 Meter Behälterfördertechnik im Zuge dieser Erweiterung verbaut.

Die Konsolidierung der Aufträge, die paralell in bis zu fünf Lagerbereichen im Rahmen einer Multiorderkommissionierung zusammengestellt werden, erfolgt über ein Automatikpuffersystem mit ca. 10.000 Pufferplätzen. Für die zu bewältigende Dynamik wurde ein Shuttle-System mit einer Leistung von bis zu 4.000 Doppelspielen pro Stunde als geeignete Technik installiert.
Der Transport der Behälter aus dem Konsolidierpuffer und die Verteilung an die 64 Arbeitsplätze der Paket-Packerei erfolgt über einen Crossbelt-Sorter, der – auch mit Blick auf spätere Ausbaustufen – eine Förderleistung von bis zu 9.000 Behältern pro Stunde erlaubt.