Bestandsimmobilien attraktiv für Logistik

Alternativen zur grünen Wiese sind gefragt

Der Bau auf der grünen Wiese gilt als ideales Entwicklungsszenario für die Logistik. Dennoch gewinnen Bestandsimmobilien zunehmend an Attraktivität. Anja Uphaus, Projektleiterin Architektur bei viaLog, erläutert diese Entwicklung und wie Unternehmen profitieren können.

Frau Uphaus, warum lohnt es sich, anstelle eines Neubaus den Erwerb eines Bestandsgebäudes in Betracht zu ziehen?

Natürlich bietet eine grüne Wiese ideale Planungsbedingungen. Aber unbebaute Flächen in attraktiver Lage sind schwer zu bekommen und oft sehr teuer. Viele Gemeinden verkaufen nicht gern an Logistiktreibende. Aufgrund der steigenden Automatisierung wird befürchtet, dass nur wenige neue Arbeitsplätze in der Logistik entstehen. Deshalb erhalten nicht selten andere Branchen den Zuschlag. Zudem haben viele Gemeinden Bedenken, dass ein erhöhtes Verkehrsaufkommen oder Emissionen wie Abgase oder Lärm zu Unmut in der Bevölkerung fuhren könnten. Da viele Unternehmen jedoch dringend zusätzliche Logistikkapazitäten benötigen, sollten sie sich auch nach Alternativen zur grünen Wiese umsehen. Die Brownfield-Planung, das heißt die Nutzung von bestehenden Gebäuden, Werken oder Grundstücken ist da naheliegend.

Welche Vorteile bietet der Erwerb von Bestandsimmobilien?

Natürlich eignet sich nicht jedes Gebäude für die Logistik. Aber wenn es passt, ist es wie ein Sechser im Lotto. Durch den Erwerb einer adäquaten Immobilie können Investitionen für ein Logistikzentrum auf einen Schlag häufig um 30 bis 50 Prozent gesenkt werden. Selbst der Umbau vorhandener Strukturen ist oft 20 Prozent günstiger als ein kompletter Neubau. Ein weiterer Vorteil von Bestandsgebäuden ist die bereits vorhandene Infrastruktur: Verkehrswege sind erschlossen, mögliche Anwohner an Gewerbetreibende gewöhnt, Arbeitskräfte verfügbar und so weiter.

Was ist aus architektonischer Sicht beim Erwerb und der Umnutzung von bestehenden Immobilien zu beachten?

Die wichtigste Aufgabe der Architektur ist es zunächst, infrage kommende Grundstücke und Gebäude hinsichtlich der Bausubstanz, möglicher Bauschäden, des Bodens und anderer Faktoren zu prüfen.

Im zweiten Schritt wird dann ein Umnutzungskonzept, das heißt ein Masterplan für Gebäude und Werkfunktionen, entworfen. Dabei muss ermittelt werden, ob der anvisierte Standort eine langfristige Perspektive bietet. Faktoren wie der mittel- bis langfristige Kapazitäts- und Personalbedarf sowie Ausbau- und spätere Nutzungsmöglichkeiten sind dabei zu berücksichtigen.

Eine Betrachtung der wirtschaftlichen Parameter bildet den Abschluss dieser Vorplanungen. Sie sind die Grundlage dafür, dass ein Bauherr ruhigen Gewissens die Erweiterung seiner Logistik in Angriff nehmen kann.

Anja Uphaus, Projektleiterin Architektur viaLog

anja uphaus vialogQualifikationen

  • Architektin (AKNW)
  • Dipl.-Ing. (FH)
  • geprüfte Bausachverständige für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken, für die Bewertung von Bauschäden an und in Gebäuden sowie für Denkmalpflege

Tätigkeitsschwerpunkte

  • Gebäudeplanung, Gebäuderealisierung, Objektbetreuung und Abnahme
  • Machbarkeitsstudie, Bewertung und Begutachtung von Grundstücken und Gebäuden, Bauschadenanalyse
  • Standortplanung und Standortentwicklung, Erstellung von Umnutzungskonzepten

Kontakt

Tel.: +49 5247 9364-0
E-Mail: uphaus@vialog-logistik.com